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Morgen.rot

Statt “Geht denn das?” nach dem “Wie geht denn das?” fragen

Morgen.rot nennt sich die Erneuerungs-Initiative der SPÖ OÖ, innerhalb dessen Stärken und Schwächen der Sozialdemokratie diskutiert und analysiert werden. Der Reformprozess, der nach der schweren Niederlage bei den Landtagswahlen im Herbst 2009 ins Leben gerufen wurde (zur Erinnerung -13, 5 Prozent), dauert zwei Jahre und hat das Ziel, auf einer breiten Basis konkrete und fundierte Konzepte für eine starke – oberösterreichische – Sozialdemokratie zu entwickeln und umzusetzen. “Wie sozialdemokratische Politik im 21. Jahrhundert gestalten und organisieren?” ist die übergeordnete Frage, der sich die Initiative Morgen.rot anhand von verschiedenen inhaltlichen Schwerpunktsetzungen widmet. Versucht wird, durch das Hinterfragen von Altbekannten mögliche Antworten auf Fragen wie “Was sind Aufgaben und Visionen einer Sozialdemokratie des 21. Jahrhunderts?”, “Wie ist unsere Organisation aufgebaut und strukturiert”, “Wie ist die Kultur innerhalb der Sozialdemokratie?”, “Was macht Engagement in der Partei eigentlich aus?”, “Wie kann eine Partei der Mitmachdemokratie aussehen?”,”Wer kann wie mitmachen?” und “Was soll ein sozialdemokratisches Programm enthalten?” zu finden.

Gespräche über die Sozialdemokratie

Ab Herbst beginnt mit (öffentlichen) Veranstaltungen und konkreten Konzepten die Umsetzungsphase von Morgen.rot. Bis dahin heißt es, einen kritischen Blick nach innen zu werfen: Das passiert in den moderierten Ortsgruppen- und Sektionsabenden. An die 2.000 SozialdemokratInnen haben seit Herbst bei einer der 150 Feedback-Runden Kritik und Ideen für die neue SPÖ OÖ geäußert, mehr als 10.000 Mitglieder haben sich an der Mitgliederbefragung beteiligt. Auf Basis der Ergebnisse aus den Abenden und der Befragungen werden ab Juni 2010 Maßnahmen entwickelt. Eine Möglichkeit zum Mitdiskutieren bot sich zum Beispiel am 6. Mai 2010 bei dem von SJ Linz, der Linzpartei und Morgen.rot organisierten “Future Talk” mit Barbara Blaha (ehem. ÖH Vorsitzende und Leiterin des Kongresses Momentum) und Josef Broukal (Herausgeber des Buches “Nachrichten vom Ableben der SPÖ sind stark übertrieben“) im Linzer Cafe Central (siehe Bild).

Was kommt: Morgenrot-Kongress “Das Morgen fängt heute an”

Unter dem schönen Motto “Das Morgen beginnt heute” steht der Morgenrot-Kongress, die erste Großveranstaltung, die sich explizit der Partei-Erneuerung widmet. Der Kongress findet am 18. und 19. Juni 2010 im Aktivpark St. Georgen an der Gusen statt und hat das Ziel, auf breiter Basis Aufgaben und Visionen für die SPÖ im 21. Jahrhundert zu formulieren. Das Programm umfasst neben einer Diskussion mit Albrecht Müller (leitete Wahlkämpfe fü̈r Willy Brandt, Autor mehrerer Bücher wie zum Beispiel “Meinungsmache” und Betreiber der www.nachdenkseiten.de) und Elisabeth Wehling, die gemeinsam mit George Lakoff das sehr empfehlenswerte Buch „Auf leisen Sohlen ins Gehirn – Politische Sprache und ihre heimliche Macht“ veröffentlicht hat, ein reichhaltiges Workshop-Programm (u.a. “Angst vor dem Stammtisch? Welche Argumente braucht’s um am Stammtisch zu punkten?”, “Selbsthilfe statt Freunderlwirtschaft? Wie funktioniert „Community Organizing“ und was kann die SPÖ davon lernen?”, “Gemeinden als Integrationsmotor? Erste Schritte für eine kommunale Integrationspolitik”, uvm.). Teilnehmen können alle Interessierten (Link: hier).

Veränderung ist möglich

Ob Morgen.rot etwas bringt, wird sich erst zeigen. Einstweilen ist die Initiative noch zu jung, um sie hoch zu loben oder für tod zu erklären. Den derzeitig eingeschlagenen Weg, nämlich mit möglichst vielen (auch Nicht-SozialdemokratInnen) zu sprechen und es auch zu wagen, Fragen der Parteiorganisation und -struktur zu stellen, hat aber mit Sicherheit mehr Potential als halbherzig durchgeführte und personell standardmässig besetzte Arbeitsgruppen, die mehr dem Selbstzweck dienen als einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Parteiorganisation. Die Sozialdemokratie ist eine von Menschen geformte Organisation und nicht zuletzt deshalb auch durch Menschen veränderbar. Sie ist nicht statisch, ihre Dynamik zeigt sie jeden Tag, wenn zum Beispiel eine neue Aktionsform ausprobiert wird, in einer Diskussion ein noch nicht dagewesenes Argument auftaucht, zum ersten Mal ein Fußballturnier organisiert wird, zum Sektionsabend plötzlich neue Interessierte dazustoßen, usw. Veränderung ist möglich. Man muss sie nur wollen und auch zulassen.

Mitmachen

Hilf mit, Morgen.rot besser zu machen. Wer Anregungen, Kritik, Ideen oder Vorschläge hat oder am besten gleich bei Morgen.rot mitarbeiten will, kann sich hier melden. Mehr Informationen zu Morgen.rot finden sich auf der Homepage der SPÖ OÖ.

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