Ich hatte das Glück, Johanna Dohnal persönlich kennen zu lernen. Das erste Mal traf ich sie vor fünf Jahren – wir luden sie im September 2005 ins SJ Linz Büro (siehe Bild nebenan) ein, um unter dem Titel “Women make politics, not coffee” über Frauenpolitik zu diskutieren. Der Raum war pump voll, als sie zu Sprechen begann wurde es ganz ruhig (keine Selbstverständlichkeit bei SJ Meetings). Alle lauschten der großartigen Johanna Dohnal und das über zwei Stunden lang. Amina und ich moderierten – so schnell wie wir unsere vorbereiteten Fragen nicht mehr brauchten, konnten wir gar nicht schauen. Johanna Dohnal hatte viel zu erzählen. Sie sprach davon, wie sie in die Partei gekommen ist, dass es nicht sehr lange dauerte bis sie auf Widerstand gestoßen ist und wie sehr sie trotzdem oder vielleicht gerade deshalb nicht aufgab. Wir waren beeindruckt von ihrer Analysefähigkeit, ihrem sprachlichen Ausdruck, ihren klaren Positionen und ihrer Coolness. Nach der Diskussion blieb sie noch eine Zeit, um mit uns zu plaudern. Es dürfte ihr gefallen haben. Für mich war der Abend mit Johanna Dohnal einer der spannendsten, die ich in meiner SJ-Zeit erleben durfte.
Dass es keine Johanna Dohnal mehr gibt, ist wirklich schade. Sie leistete ihr ganzes Leben hindurch großartige Arbeit. Ich hoffe, dass ihr in der Geschichte ein Platz einberäumt wird, der ihr gebührt: Ein ganz großer und besonderer in der ersten Reihe.
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