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Brüchige Lanze?

profil-3Mit hinkenden Argumenten lässt sich keine Lanze brechen – schon gar nicht für so einen spröden Haufen  wie die LehrerInnen(gewerkschaft). Von einem „selbstgerechten, herablassenden und folgerichtig durchaus unsympathischen Christian Rainer will ich mir die Sicht nicht verstellen lassen.”

In seinem Leitartikel “Eine Lanze für die Lehrer” in der aktuellen Profil-Ausgabe von 16. März 2009 (Nr.12, Jg. 40) unterstellt der Herausgeber Christian Rainer der Bildungsministerin unterschwellig, über eine naive Vorstellung von Unterricht zu verfügen. So meint er etwa, sie würde nicht wissen, dass Unterrichten auch Vorbereitung mit sich bringt. Im Subtext schwingt mit, dass eine Unterrichtsministerin, die selbst nie unterrichtet hätte auch nicht erahnen könne, wie hart das überhaupt ist.* Genau so argumentieren übrigens auch die LehrerInnen in ihren LeserInnenbriefen: „Unglaublich, wie viele Nicht-Lehrer über die Arbeit Bescheid wissen. Ich würde mir nicht anmaßen über einen Beruf zu urteilen, den ich noch nie ausgeübt habe.“, so ein VS-Lehrer in seinem Beitrag auf der Profil-Seite.

Eine generelle Ablehnung der Kronen-Zeitung ist zwar ehrenwert, aber zu wenig, um politische Maßnahmen für die sie zufällig eintritt, per se zu disqualifizieren. Die LehrerInnenperspektiven kommen in bildungspolitischer Öffentlichkeit auch ohne Christian Rainer mit Sicherheit nicht zu kurz. Die Deutungshoheit und Dominanz der LehrerInnen(gewerkschaft) in bildungspolitischen Angelegenheiten verhindert seit Jahrzehnten jede ernstzunehmende Schulreform.

Privilegien der LehrerInnen nur an der Pragmatisierung festzumachen, blendet Fakten aus (Stichwort: Ferien, Heimarbeit, etc .. ). Der Hinweis, dass ja jedeR die freie Wahl gehabt hätte und auch LehrerIn werden hätte können, ist völlig überflüssig. Die Diskussion darüber, ob LehrerInnen faul sind und/oder über Privilegien verfügen greift überhaupt viel zu kurz und geht am Kern vorbei. Würde die Ministerin wirklich von faulen LehrerInnen ausgehen, würde sie nicht in ihnen einen Weg zu einer besseren Schule sehen. Bildungsministerin Schmied geht entgegen Rainers Behauptungen von einem positiven LehrerInnenbild aus und all zu oft wird ihr genau das zum Vorwurf gemacht.

Eines von vielen Problemen unserer Schule ist die schlechte Verteilung von Arbeitszeit und Engagement der LehrerInnen. Darunter leiden die LehrerInnen und die SchülerInnen. Das muss man eingestehen und ändern. Dass die LehrerInnen mehr Zeit im Unterricht verbringen sollen macht Sinn, höhere Einstiegsgehälter für JunglehrerInnen ebenfalls. Wenn Schmied in ihrem Brief schreibt:

„Gegen die Umschichtung der Arbeitszeit in das Klassenzimmer zu sein bedeutet – bei gegebenen Budgetvorgaben – den Stopp der Bildungsreform in Kauf zu nehmen und damit eine Abwärtsspirale in Gang zu setzen, deren Konsequenzen die nächste Generation schmerzlich zu tragen hat“

hat sie Recht. Der LehrerInnengewerkschaft will diese Abwärtsspirale „auf Kosten der Kinder“ bewusst forcieren, was sie mit ihrem „Gegenvorschlag“ der Streichung von Ganztagsbetreuung ganz deutlich unter Beweis stellt.

* Will Rainer eine LehrerIn als UnterrichtsministerIn? Es gibt traurige Beispiele für LehrerInnen als BildungspolitikerInnen. Zwei aussagekräftige seien genannt: Elisabeth Gehrer (Unterrichtsministerin) und Josef Pühringer (OÖ Landesschulrat).

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