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Johanna Dohnal – Eine ganz Große

Johanna Dohnal im September 2005 im Linzer SJ BüroIch hatte das Glück, Johanna Dohnal persönlich kennen zu lernen. Das erste Mal traf ich sie vor fünf Jahren – wir luden sie im September 2005 ins SJ Linz Büro (siehe Bild nebenan) ein, um unter dem Titel “Women make politics, not coffee” über Frauenpolitik zu diskutieren. Der Raum war pump voll, als sie zu Sprechen begann wurde es ganz ruhig (keine Selbstverständlichkeit bei SJ Meetings). Alle lauschten der großartigen Johanna Dohnal und das über zwei Stunden lang. Amina und ich moderierten – so schnell wie wir unsere vorbereiteten Fragen nicht mehr brauchten, konnten wir gar nicht schauen. Johanna Dohnal  hatte viel zu erzählen. Sie sprach davon, wie sie in die Partei gekommen ist, dass es nicht sehr lange dauerte bis sie auf Widerstand gestoßen ist und wie sehr sie trotzdem oder vielleicht gerade deshalb nicht aufgab. Wir waren beeindruckt von ihrer Analysefähigkeit, ihrem sprachlichen Ausdruck, ihren klaren Positionen und ihrer Coolness. Nach der Diskussion blieb sie noch eine Zeit, um mit uns zu plaudern. Es dürfte ihr gefallen haben. Für mich war der Abend mit Johanna Dohnal einer der spannendsten, die ich in meiner SJ-Zeit erleben durfte.

Dass es keine Johanna Dohnal mehr gibt, ist wirklich schade. Sie leistete ihr ganzes Leben hindurch großartige Arbeit. Ich hoffe, dass ihr in der Geschichte ein Platz einberäumt wird, der ihr gebührt: Ein ganz großer und besonderer in der ersten Reihe.

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„Momentum10: Solidarität“ – Ein Kongress zur Verbindung von Wissenschaft und Politik

Zum dritten Mal findet heuer vom 21. – 24. Oktober 2010 der Kongress „Momentum“ statt. Nach Gerechtigkeit und Freiheit bildet dieses Jahr Solidarität den Oberbegriff, zu dem im oberösterreichischen Hallstatt nachgedacht und diskutiert wird. Ziel des jährlichen Kongresses ist, Wissenschaft und Politik miteinander zu verbinden. Wie auch Momentum im Englischen als Bezeichnung für „Impuls“ oder „Schwung“ steht, versteht sich der Kongress als „Impuls“ für Konzepte, die dem sozialen Fortschritt dienen.

Mission Statement

Neoliberale Denkmuster bestimmen in Politik und Wissenschaft seit Jahren die Debatte. Auch nach der Finanzkrise und dem fundamentalen Scheitern des Neoliberalismus, scheint alles beim Alten zu bleiben. Woran liegt das? Zu einem Gutteil besteht das Geheimnis des marktradikalen Erfolgs nicht in der Tauglichkeit der angebotenen Konzepte, sondern in der scheinbaren Ratlosigkeit und Schwäche ihrer GegnerInnen. Um dem entgegenzuwirken und einen aktiven Beitrag zur Entwicklung progressiver Alternativkonzepte zur herrschenden Praxis zu leisten, wurde im Herbst 2007 die Idee von „Momentum“ geboren. Mittlerweile findet Momentum zum dritten Mal statt und versammelt über 200 Interessierte aus Politik, Gewerkschaften, Wissenschaft und Wirtschaft zur kritischen und offenen Auseinandersetzung. Als wissenschaftlicher Leiter des Kongresses fungiert Volkshilfe-Präsident Univ.-Prof. Josef Weidenholzer, politische Leiterin des Kongresses ist die ehemalige ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha.

Solidarität und Gesellschaft

In den insgesamt neun Tracks wird die Frage nach den Vorraussetzungen für eine solidarische Gesellschaft gestellt. Netzwerk I „Solidarische Wirtschaftspolitik“ beschäftigt sich damit, wie eine gerechte Verteilung lokal und global erreicht werden kann, Netzwerk II „Wie Solidarität organisieren“ setzt sich mit Organisationen in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft auseinander und Netzwerk III „Solidarität und Gesellschaft“ behandelt schließlich die Frage, was Solidarität ist und wie sich Solidarität in der Gesellschaft darstellt. Geleitet und moderiert werden die Tracks von WissenschafterInnen aus dem deutschsprachigen Raum. Unter den diesjährigen TrackleiterInnen finden sich unter anderem Markus Marterbauer (Wifo), Helene Schuberth (ÖNB), Alex Demirovic (Sozialwissenschafter, Basel, Berlin), Ulrich Brand (Politikwissenschafter Wien), Gudrun Biffl (Wifo), Renate Schnee (Bassena, Schöpfwerk Wien), uvm. Ein spannendes Rahmenprogramm – bestehend aus Podiumsdiskussion, Lesung und Kongress-Party – sorgen für abwechslungsreiche Kongressabende.

Mitdiskutieren?

Die Einladung richtet sich an alle Interessierten aus Theorie und Praxis – an Studierende und junge WissenschafterInnen ebenso wie an politisch Aktive, SozialarbeiterInnen oder interessierte Öffentlichkeit. Das Prinzip der Veranstaltung: „Im Vordergrund steht das beste Argument, nicht Titel oder wissenschaftlicher Background. Gehört wird, wer etwas zu sagen hat.“ Welche Positionen und Konzepte konkret in den Tracks diskutiert werden, bestimmen die TeilnehmerInnen mit ihren Beiträgen (die Einreichung eines kurzen Abstracts – ca. zwei Seiten – bei der Anmeldung sowie eines ausformulierten Beitrages ca. einen Monat vor der Veranstaltung ist Teilnahmebedingung). Wie ein Paper aussehen kann, ist im Archiv auf der Kongress-Homepage unter www.momentum-kongress.org nachzulesen, wo Abstracts, fertige Beiträge und Foliensätze als Download vom vergangenen „Momentum08: Gerechtigkeit“ und „Momentum09: Freiheit“ verfügbar sind. Anmeldungen für die einzelnen Tracks sind mit schriftlichem Abstract bis 30. April 2010 an anmeldung@momentum-kongress.org zu richten. Die TeilnehmerInnengebühr beträgt je nach Unterbringung und Tarif zwischen 40 und 160 € für den gesamten Kongress (Unterbringung und Verpflegung). Eine kostenfreie Teilnahme ist unter gewissen Vorraussetzungen auf Anfrage möglich.

Link: www.momentum-kongress.org
Download: Folder zu Momentum10

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Über den Generationenvertrag

diskussion_fotoAm Dienstag (09.02.10) durfte ich bei den „Oberösterreich Gesprächen“ zum Thema „Generationen“ als Diskutantin teilnehmen.

  • Der Titel der Diskussion lautete „Ist die Jugend noch zu retten?“, womit klar war, welche inhaltliche Stoßrichtung die VeranstalterInnen (OÖN und ORF OÖ) für den Abend geplant hatten: “Wir sterben aus”, “der Generationenvertrag hält nicht mehr”, “wer soll die Schulden bezahlen”, etc. So recht kamen die beiden Moderatoren Johannes Jetschgo (ORF OÖ) und Gerald Mandlbauer (OÖN) damit aber nicht durch, da der einzige, der auf die ökonomischen Irrmeinungen einstieg Martin Raml (Jungen Wirtschaft) war (“2050 werden zwei Erwerbstätige einen Pensionisten erhalten müssen”). Und der stank argumentativ so ab, dass ihn sogar sein Parteifreund Andreas Kohl maßregeln musste.
  • Alle anderen verstanden, dass es in einer Volkswirtschaft nicht so sehr auf das Verhältnis Alte/Junge ankommt, sondern vielmehr auf die Produktivität. Da ein Zunehmen der Produktivität bedeutet, dass dieselbe Anzahl an Personen mehr erwirtschaftet, ist sie die entscheidende Determinante. Das Rechenbeispiel dazu lieferte in der Diskussion die im Publikum anwesende SPÖ-Landtagsabgeordnete Gerti Jahn (mehr dazu auf ihrem Blog): Wenn die Produktivität pro Jahr um 1,5% zunimmt, dann wird in ca. 50 Jahren dieselbe Anzahl an Erwerbstätigen in derselben Zeit das Doppelte produzieren. Solange die Produktivität also zunimmt (seit 1970 ist das immer der Fall gewesen), gibt es auch in 50, 60, 70 Jahren noch genug zu verteilen. Es ist unfug, einfach nur das zahlenmäßige Verhältnis von Jungen und Alten als Maßstab heranzuziehen, ohne die Produktivität mitzubedenken. Continue reading →
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Freiheit, Staat und Krise – Diskussion bei Momentum09

Diskussion Mom09Über welche Freiheit wollen wir sprechen? Wo beginnt die Freiheit? Hat der Staat im Namen der “wirtschaftlichen Freiheit” seine Macht abgegeben? Diese und andere Fragen stellte Rosa Lyon (Ö1) den geladenen DiskutantInnen Helene Schuberth, Ulrich Brand und Robert Misik bei der diesjährigen Momentum Konferenz (22.-25. Oktober 2009) in Hallstatt. Die Diskussion als MP3 – Download. Momentum09 Podiumsdiskussion

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