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	<title>Jakob Huber&#039;s Blog &#187; Bildung</title>
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		<title>Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 12:08:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Niki Kowall stellt in seinem Blogbeitrag 5 Überlegungen an, was aus sozialdemokratischer und realpolitischer Sicht mit den Forderungen der AudimaxistInnen anzufangen wäre. Für einige Punkte muss er (ebenfalls auf dem Blog der Sektion Acht) Kritik von Sophie Wollner, der VSSTÖ-Bundesvorsitzenden einstecken. Ich kann beiden Seiten über weite Strecken zustimmen und finde dennoch, dass sie entscheidende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--  -->Niki Kowall stellt in seinem <a href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/fur-eine-sanfte-lenkung-an-der-uni/">Blogbeitrag</a> 5 Überlegungen an, was aus sozialdemokratischer und realpolitischer Sicht mit den <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Forderungen_AG">Forderungen</a> der AudimaxistInnen anzufangen wäre. Für einige Punkte muss er (ebenfalls auf dem Blog der Sektion Acht) <a href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/fairness-statt-%e2%80%9esanftheit%e2%80%9c/">Kritik</a> von Sophie Wollner, der <a href="http://www.vsstoe.at/">VSSTÖ</a>-Bundesvorsitzenden einstecken. Ich kann beiden Seiten über weite Strecken zustimmen und finde dennoch, dass sie entscheidende Punkte übersehen.</p>
<p><span id="more-816"></span></p>
<h2>Äpfel und Birnen?</h2>
<p>Niki kritisiert Faymanns Prioritätensetzung &#8211; Studiengebühren kategorisch ausschließen, Zugangsbeschränkungen nicht. Sophie erinnert das an Pest und Cholera und lehnt den Vergleich ab. Das ist einerseits berechtigt: Studiengebühren dienen (im besten Fall) der Finanzierung der Universitäten, als Steuerungsinstrument sind sie praktisch untauglich und unwirksam. Zugangsbeschränkungen lindern nur insofern die Finanznot, als das von der Uni zu erbringende Leistungsniveau gesenkt wird und können je nach Ausgestaltung ein mehr oder weniger praktisches Steuerungsinstrument sein. Insofern vergleicht Niki Äpfel und Birnen. Nun geht es Niki aber um die vielzitierte „Realpolitik&#8221;, und da hat er recht: Diese beiden Vorschläge dominieren leider den politischen Diskurs, und reale Politik bedeutet immer Prioritäten setzen und das heißt oft Äpfel mit Birnen zu vergleichen. (Das wäre auch in einer SPÖ-Alleinregierung so). Vor die hypothetische Wahl gestellt, zwischen 350 Euro Studiengebühren oder Zugangsbeschränkungen zu wählen &#8211; ich würde wie Niki auf jeden Fall die Studiengebühren als geringeres Übel wählen. Sophie drückt sich vor diesem Gedankenexperiment, als Studierendenvertreterin ihr gutes Recht.</p>
<h2>Sanfte Lenkung vs. Fairness</h2>
<p>Der zweite spannende Punkt betrifft die „sanfte Lenkung&#8221;, die Niki vorschlagt: Man könnte <em>„versuchen die Attraktivität der weniger beliebten aber gesellschaftlich stärker gewollten Fächer zu erhöhen und jene der sehr populären Studienrichtungen zurückzudrängen.&#8221;</em> Er plädiert für eine anspruchsvolle Studieneingangsphase in überlaufenen Fächern und eine „Knock-out&#8221; Prüfung an deren Ende: <em>„Wer es wirklich will, wird durch keine Platzbeschränkungen behindert.&#8221;</em> Dafür sollen weniger überlaufene Fächer mit leichteren Eingangsphasen und eigenen Stipendien attraktiviert werden. Für die Massenfächer hätte das auch den Vorteil, dass das Niveau angehoben wird. Sophie kritisiert an diesem Ansatz eigentlich alles: Die Einteilung in gesellschaftlich mehr oder weniger wünschenswerte Fächer, der Glaube an die effektive Steuerungsmöglichkeit von Unis und vor allem der Denkfehler, dass Knock-Out Prüfungen von allen geschafft werden können.</p>
<p>Beim letzten Punkt stimme ich Sophie zu: So lange es zu wenige Studienplätze gibt, müssen Knock-Out-Prüfungen Leute am Studienfortschritt hindern, sonst wären es keine Knock-Out-Prüfungen. Das kann dann auch Leute treffen, die sich wirklich „angestrebert&#8221; haben. Und dass es dabei auch zu Benachteiligungen ohnehin sozial schwächer gestellter Personengruppen kommt, damit hat Sophie ebenfalls Recht.</p>
<p><a>Die anderen beiden Kritikpunkte teile ich nicht: Ja, die Gesellschaft hat ein unterschiedlich starkes Interesse an verschiedenen Studienrichtungen. Die Anti-InterventionistInnen könnten argumentieren, das regelt sich von selbst über Signale und Anreize &#8211; gibt&#8217;s zu wenige TechnikerInnen, werden ihre Löhne explodieren und mehr junge Menschen zum Technik-Studium motivieren. Das funktioniert aus mehreren Gründen nicht: Erstens entscheiden sich viele Menschen nach Interesse und Selbstverwirklichung und nicht nach Arbeitsmarktaussichten &#8211; ich bin einer davon und erkenne daran nichts Verwerfliches. Zweitens gibt&#8217;s den „Schweinezyklus&#8221;: Während der Kreiskyschen Schuloffensive (z.B. keine AHS weiter als 20 km entfernt) herrschte ein Mangel an LehrerInnen, also wurden viele ausgebildet und angestellt. Ergebnis: Die letzten 25-30 Jahre war es schwierig, als JunglehrerIn eine Anstellung zu finden, also begannen auch weniger diese Ausbildung. Fazit: Die Lehrkörper an den Schulen sind vollkommen überaltert und wenn in 5 bis 10 Jahren die Kreisky-Generation in Pension geht, wird es einen massiven LehrerInnenmangel geben. Das Beispiel zeigt, dass a) individuelle Ausbildungsentscheidungen ohne Blick fürs Ganze (=&#8221;Marktlösung&#8221;) in Summe problematisch sein können und b) die Gesellschaft ein berechtigtes Interesse an den Ausbildungsentscheidungen einer Generation hat. Wie Niki in seiner Antwort auf Sophies Kritik richtig schreibt, darf die Gesellschaft kein Individuum zwingen, aber Versuche zur Steuerung auf der Makroebene („Anreize&#8221; alleine greift zu kurz) sehr wohl unternehmen.</a></p>
<h2>One-size-fits-all?</h2>
<p>Es geht also darum, wie die Gesellschaft ihre berechtigten Anliegen zur Steuerung der Ausbildungsentscheidungen zur Geltung bringt &#8211; und das ist natürlich ein Trade-off mit den individuellen Wünschen, die wie Sophie richtig anmerkt, ebenfalls gesellschaftlich geprägt sind. Ich glaube, hier kommt man mit einer „one-size-fits-all&#8221; Lösung nicht weit. Es ist offensichtlich, dass nicht alle, die wollen, am Reinhardt-Seminar oder dem Bruckner-Konservatorium ausgebildet werden können. Es ist auch nachvollziehbar, dass nicht auf Dauer mehr Menschen eine Ausbildung zur Ärztin machen können, als es Lehrplätze in Krankenhäusern gibt (ich zumindest will nie von jemandem behandelt werden, der/die nur in Hörsälen und Seminarräumen ausgebildet wurde). In einzelnen Studienrichtungen gibt es objektive quantitative Beschränkungen, weil sonst die Qualität der Ausbildung massiv darunter leiden würde. Hier gilt es Wege zu finden, eine Auswahl aus den InteressentInnen zu finden <em>und</em> das Angebot zu verbreitern. Ich verstehe wenig von Medizin, aber ein universitäres Medizintechnik-Studium oder Gesundheitsvorsorge-Studium wäre gesellschaftlich sinnvoll und kann eine attraktives individuelles Angebot für jene sein, die eben nicht in die Auswahl für die ÄrztInnen-Ausbildung gekommen sind.</p>
<h2>Qualität vs. Quantität?</h2>
<p>Die Ausweitung des Angebots führt zum ersten Punkt, den ich sowohl bei Niki als auch bei Sophie vermisse: Der Kern des Problems ist doch, dass die Qualität der (Aus-)Bildung mit der Quantität der Studierenden abnimmt. Genauer gesagt, wie sehr die Qualität abnimmt, ist &#8211; mit den obigen Ausnahmen wie etwa Medizin oder Kunst &#8211; eine Organisationsfrage.</p>
<p>Wenn man sich darauf einigt, dass Massenunis gesellschaftlich einfach notwendig sind, weil es der soziale, technische und wirtschaftliche Entwicklungsstand unserer Gesellschaft einfach erfordert, muss man die Frage stellen: Wie organisieren wir unsere Massen-Unis und wie nutzen wir die knappen Ressourcen bestmöglich? Und hier können die Unis wirklich von „der Wirtschaft&#8221; lernen. Ein Gutteil des gigantischen Produktivitätssprungs der letzten 150 Jahre ist durch ein Muster zu erklären: Wo möglich wurden einfachere Routinetätigkeiten mittels technischen Fortschritt durch schwierigere (Nicht-)Routinetätigkeiten ersetzt. Vorlesungen sind für ProfessorInnen in der Regel Routinearbeit.</p>
<h2>Beispiel 1: Internet-Intelligenz</h2>
<p>Wenn nur ein Bruchteil der Intelligenz der AudimaxistInnen im Umgang mit dem Internet für die Lehre verwendet würde, wäre schon sehr viel erreicht. Wenn über den Audimax-Stream tausende das Geschehen verfolgen, muss es auch möglich sein Massenvorlesungen über Internet zu halten. Dann ist es auch (fast) egal, ob 300 oder 3.000 Studierende eine Psychologie-1-Vorlesung „besuchen&#8221;. Auf jeden Fall würde man sich wertvolle Ressourcen für Kleingruppen sparen. Dass das in bestimmten Studienrichtungen sogar mit einem Komfortgewinn für die Studierenden verbunden ist, lässt sich am Beispiel der Linzer Rechtswissenschaften beobachten: Der „Medienkoffer&#8221; enthält alle notwendigen Unterlagen für das Selbststudium inklusive Vorlesungs-DVDs. Sein einziger Nachteil ist, dass die Inhalte nicht als „Open Courseware&#8221; frei im Internet verfügbar sind (zu Open Courseware siehe z.B. <a href="http://www.freienetze.at/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=9&amp;Itemid=29">Beitrag</a> von Barbara Hofmann und Rebecca Kampl in <a href="http://freienetze.at">&#8220;Freie Netze. Freies Wissen.&#8221;</a>).</p>
<p>Freilich läuft auch E-Learning nicht ohne Lehrende und ohne Betreuung. Aber in Kombination mit bedeutend mehr TutorInnen bzw. StudienassistentInnen kann die Qualität bei gleichem Andrang (nur) steigen. Dafür braucht es Geld &#8211; das die Unis ironischerweise für die IT-Ausstattung (Kamera, Mikro, Server, Software) haben, aber nicht für die „(wo)manpower&#8221; um das Internet effektiv zu nutzen. Leider gilt hier wie bei anderen technischen Erneuerungen, dass man zuerst finanziell draufzahlen muss bevor es sich auszahlt.</p>
<p>Für die sozial- und geisteswissenschaftlichen Massenstudien, bei denen es keine externen Beschränkungen wie Krankenhauslehrplätze gibt, ließe sich mittelfristig die Qualität so viel eher steigern als durch eine Reduktion der Studierendenzahlen um ein Drittel. Und es erhöht die Wahlmöglichkeiten für Studierende, insbesondere für berufstätige KollegInnen.</p>
<h2>Beispiel 2: Vokabel-WerferInnen und Amerikanisierung</h2>
<p>Ein weiterer Aspekt, der mir für Qualität trotz Quantität absolut notwendig erscheint, ist die Ausrichtung der Grundstudien, vor allem beim kurzen Bachelor: Die Programme sollten breiter sein, eine gemeinsame Grundbildung aller SozialwissenschafterInnen bzw. GeisteswissenschafterInnen würde viel zu einem höheren Niveau beitragen. Nicht umsonst hatte in früheren (Linzer) Studienplänen kein Studium im ersten Abschnitt weniger Soziologie als das Soziologie-Studium. Außerdem ist es ohnehin eine gewaltige Illusion zu glauben, in 3 Jahren zu einem/einer SpezialistIn ausgebildet zu werden &#8211; das sind dann FachidiotInnen, die mit Vokabular um sich werfen, aber nichts damit anfangen können. Eine solide Grundbildung wäre hingegen in 3 Jahren machbar und ist auch ein verlässliches Mittel gegen den „Schweinezyklus&#8221;.</p>
<p>Paradoxerweise kann (zumindest in den Sozialwissenschaften) einerseits ein relativ niedriges Niveau der Lehre und andererseits eine relativ hohe Drop-out Quote kritisiert werden. Dahinter vermute ich ein riesiges methodisches Defizit: Man lernt auf der Uni viel unnützes Zeug, wenn notwendig auswendig. Was man nicht lernt (oder eben nur durch Trial and Error): Wie geht man mit dem Überfluss an Information um? Wie verschafft man sich selbstständig Informationen zu einem Thema, wie organisiert man es und generiert aus diesen Informationen Wissen? Wie beurteilt und bewertet man es kritisch? Wie macht man es nutzbar und kann die richtige Anwendung überprüfen?</p>
<p>In den USA gibt es z.B. „writing centers&#8221;, die beim Schreiben-lernen helfen und eigene „learning centers&#8221; zum Lernen-lernen (siehe dazu Yussi Picks Momentum08-Beitrag <a href="http://momentum09.org/images/beitraege/track4/pick_beitrag.pdf">„Amerikanisierung der österreichischen Universitäten. Gerne, aber bitte richtig</a>&#8220;). In Österreich wird wissenschaftlich Arbeiten mit „korrekt zitieren&#8221; gleichgesetzt. Es gibt nicht wenige intelligente Menschen, die sich durch die Multiple-Choice-Marathons der Studieneingangsphase gekämpft haben, aber später mit den Anforderungen jenseits des Anstreberns und Ankreuzens überfordert waren und das Handtuch geworfen haben.</p>
<h2>Hochschulpolitisches Twin-Deficit</h2>
<p>Wieviel bleibt von den heutigen Aktivitäten aller auf den Unis arbeitenden (Studierende, Lehrende, Forschende, Verwaltende) übrig, wenn alles was als sinn- und wirkungslos erachtet wird, einfach weggelassen wird? Welche Aktivitäten wären möglich, wenn das alles zur „nicht notwendigen Zugabe&#8221; erklärt wird? Ökonomisch gesprochen: Wenn die Kapazitäten nicht ausreichen, kann man a) den Leistungsumfang reduzieren (=Zugangsbeschränkungen), b) die Kapazitäten erhöhen (=mehr Geld) und/oder c) mehr aus den vorhandenen Ressourcen machen (=effektivere Uni).</p>
<p>Österreich steht vor einem unipolitisches Twin-Deficit: Es gibt zu wenige Studierende und zu wenig Niveau. Dieses Dilemma wird nur lösbar sein, wenn man den Widerspruch zwischen Qualität und Quantität so gut es geht aufhebt bzw. schwächt. Dazu braucht es mehr Geld <em>und</em> effektivere Unis.</p>
<p>Ein Massen-Grundstudium kann auch in der Bachelor-Architektur Sinn machen und qualitativ hochwertig sein, wenn beispielsweise die IT-Möglichkeiten ausgeschöpft werden, Ressourcen nicht für vergleichsweise unwirksame Routinetätigkeiten vergeudet werden sondern für bessere Betreuung genutzt werden und statt erbsenzählerischem Faktenlernen die Methodenkompetenz in den Mittelpunkt gerückt wird. So wären der freie Zugang auch zu überlaufene Massenstudien aufrecht zu erhalten.</p>
<p>Daran sollte die Sozialdemokratie auf jeden Fall festhalten: In der Zwischenkriegszeit erkämpfte die Sozialdemokratie, dass 9 Jahre Schulbildung für jedeN erreichbar sein mussten. In der Nachkriegszeit waren es 12 Jahre (Matura), die theoretisch für alle frei also ohne Beschränkungen erreichbar wurden*. Im 21. Jahrhundert sollte die (Wissens-)Gesellschaft allen BürgerInnen die Möglichkeit geben, ein Grundstudium zu absolvieren und so noch einmal 3 Jahre zum „BürgerInnenrecht Bildung&#8221; drauflegen.</p>
<p>* Was ich sowohl bei Niki als auch Sophie vermisse : Die Tatsache, dass die Unis nur die letzte Stufe eines sozial-selektiven Bildungswesens sind. Daran ändern noch soviel Uni-Finanzierung und noch so gute Einstiegsphasen (die ja auch positiv sein können) nichts. Wer nicht will, dass sich an Unis Eliten über Generationen selbst reproduzieren, sollte nicht beim Symptom Unizugang ansetzen, sondern in Kindergarten und Schule beginnen &#8211; dort wird heute noch am allerstärksten sozial selektiert. Wie ich Niki und Sophie kenne, sind wir uns da ohnehin einig.</p>
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		<title>Hausaufgaben gemacht?</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 08:45:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Der Bedarf an schulischer Tagesbetreuung ist in unserem Bundesland längst gedeckt&#8221;, wird der dafür zuständige Koordinator im oö Landesschulrat in &#8220;Heute&#8221; zitiert. Beisatz des Qualitätsmediums: &#8220;Während in Wien derzeit intensiv über den Ausbau der Ganztagsschule diskutiert wird, hat Oberösterreich seine Hausaufgaben bereits gemacht.&#8221; So etwas abgrundtief Absurdes habe ich schon lange nicht mehr gelesen &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Der Bedarf an schulischer Tagesbetreuung ist in unserem Bundesland längst gedeckt&#8221;, wird der dafür zuständige Koordinator im oö Landesschulrat in &#8220;Heute&#8221; zitiert. Beisatz des Qualitätsmediums: &#8220;Während in Wien derzeit intensiv über den Ausbau der Ganztagsschule diskutiert wird, hat Oberösterreich seine Hausaufgaben bereits gemacht.&#8221; <strong>So etwas abgrundtief Absurdes habe ich schon lange nicht mehr gelesen</strong> &#8211; ein Blick auf die Fakten (<a href="http://kurier.at/nachrichten/1946185.php">Kurier</a>):</p>
<p><img class="size-medium wp-image-745  alignnone" src="http://blogs.webzeilen.net/huber/files/2009/10/tagesbetreuungsplatze_grafik-300x225.jpg" alt="tagesbetreuungsplatze_grafik" width="300" height="225" /></p>
<p>Entweder, dass ist KP-style-Propaganda oder die Schulverwaltung hat sich vollkommen von der Realität abgekoppelt. Ich fürchte, letzteres ist der Fall. Aber was reg ich mich auf, das Leitbild des Landesschulrats rät zu Humor, kein Scheiß:</p>
<blockquote><p>&#8220;<strong>Humor hilft, auch         Unzulänglichkeiten mit heiterer Gelassenheit zu begegnen</strong> und dennoch voll an die Lösung         der uns gestellten &#8220;Aufgaben&#8221; zu gehen.&#8221; (<a href="http://www.lsr-ooe.gv.at/intro/leitbild03.htm">LSR OÖ &#8211; Ziele für das Betriebsklima</a>)</p></blockquote>
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		<title>Projekt Österreich?</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 07:22:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So nannte Pröll seine gestrigen Rede. Ich finde das insofern bemerkenswert, als ein Projekt per Definition zeitlich beschränkt ist und einen fixen Endpunkt haben muss. Sonst ist es kein Projekt. Ein Staat kann also kein Projekt sein. Komischerweise kamen in der Rede weder Deadlines noch Zahlen vor. Das war zu erwarten. Ich kann mir leider [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So nannte Pröll seine gestrigen Rede. Ich finde das insofern bemerkenswert, als ein Projekt per Definition zeitlich beschränkt ist und einen fixen Endpunkt haben muss. Sonst ist es kein Projekt. Ein Staat kann also kein Projekt sein. Komischerweise kamen in der Rede weder Deadlines noch Zahlen vor. Das war zu erwarten. Ich kann mir leider auch nicht vorstellen, dass Faymann in einer Rede weniger Floskeln und mehr konkrete Ansagen gemacht hätte. Offensichtlich hat es nach dem SPÖ-Präsidium nicht einmal dazu gereicht<strong><span style="color: #ff0000">*</span></strong>. Trotzdem hat Prölls-Rede zwei Dinge offenbart:<span id="more-736"></span></p>
<ul>
<li><strong>Der Neoliberalismus ist nicht tot, schon gar nicht in der ÖVP.</strong> Da ist das Gefasel von der Wettbewerbsfähigkeit, die Österreich angeblich fehlt &#8211; dabei gibt es kaum kein Land, indem mit 100€ Lohn mehr Güter produziert werden können (Lohnstückkosten).  Oder der pseudo-literarische Sager &#8220;Schulden fressen Zukunft auf&#8221; &#8211; das stimmt für das einzelne Unternehmen nicht (mir ist kein einziges größeres Unternehmen bekannt, das ein Investitionsprogramm ohne Kredite finanziert hat), und schon gar nicht für die gesamte Wirtschaft. Und natürlich durfte auch der Holler von der Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems nicht fehlen &#8211; Pröll redet über Lebenserwartung und Pensionsantrittsalter, berücksichtigt aber weder Produktivität noch Beschäftigungsquote <a href="http://blogs.webzeilen.net/huber/2009/08/31/warum-mich-die-graue-gefahr-kalt-lasst-und-ich-keinen-cent-in-private-vorsorge-stecke/">(mehr dazu hier)</a>. Ja, Produktivität, Verschuldungsgrad und Überlebensfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme sind wichtig, deswegen darf man aber umso weniger einseitigen Mythen aufsitzen.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Die schwarze Bildungspolitik ist tot, nix hat sich verändert.</strong> Ich spar mir die Häme und zitiere einen ÖVPler:</li>
</ul>
<blockquote><p>&#8220;Alle sind diesem vermeintlichen Schwenk der ÖVP-Politik auf den Leim gegangen. Es müsste, wenn schon, dann um eine wirkliche Ganztagsschule, um einen verschränkten Unterricht am Vor- und Nachmittag mit Projektunterricht, Exkursionen, Unterrichtsvertiefungen gehen, und nicht bloß um eine Nachmittagsbetreuung. Das haben schon Wolfgang Schüssel und Elisabeth Gehrer gefordert. Der Neugebauer ist ein kluger Bursche. Er weiß: Müssen alle meine Lehrer mehr Unterrichtsstunden halten, dann müssen sie auch mehr bezahlt kriegen. Das wird aber nicht finanzierbar sein. Also wird wenig rauskommen.&#8221; (<a href="http://derstandard.at/1254311453804/Grundsatzrede-zum-Projekt-Oesterreich-Koalitionsstreit-um-Hacklerpensionen?_artikelIndex=2">VP-Bundesrat Schnider im Standard</a>)</p></blockquote>
<p style="padding-left: 30px">Pröll sagt, die Vielfalt <em>an </em>Schulen ist die Stärke unseres Schulsystems &#8211; dabei geht es doch um die Vielfalt <em>in </em>Schulen, die beharrlich seit Maria Theresia ignoriert wird. Wenn überhaupt, dann kommt die ÖVP schön langsam ins bildungspolitische Industriezeitalter (Nachmittagsbetreuung damit beide Eltern voll berufstätig sein können) &#8211; von einer Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts (z.B. individuelle Förderung) sind die noch Lichtjahre entfernt.</p>
<p><span style="color: #ff0000">*</span> <strong>Ja, ich mache es mir leicht</strong>, wenn ich anstatt die Krise der Sozialdemokratie zu beweinen die Konservativen kritisiere. Ich geb&#8217;s zu: Dass die Schwarzen Politik zum Abgewöhnen machen, schmerzt mich nicht und passt gut in mein Weltbild. Dass die SPÖ Politik zum Davonrennen macht, ist zwar nicht unbedingt neu, aber umso schmerzhafter. Bei Faymann kann man ja durchaus den Eindruck gewinnen, er versucht alles einfach zu verdrängen (die wievielte Arbeitsgruppe wurde jetzt bitte eingesetzt?) &#8211; aber dafür sind die Wahlergebnisse leider zu real. Deswegen bin ich froh und zuversichtlich, dass in Linz und OÖ weniger beschönigt wird. Ich glaube, die Sozialdemokratie muss sich von Grund auf erneuern &#8211; interessante Ansätze dazu haben Leo Dobusch und Niki Kowall mit ihrem <a href="http://blog.sektionacht.at/2009/06/pladoyer-fur-einen-neoreformismus/">&#8220;Plädoyer für einen Neo-Reformismus&#8221;</a> und Robert Misik mit seinen Überlegungen über die Parteiorganisation (<a href="http://www.misik.at/sonstige/nutzlich-sein.php">&#8220;Nützlich sein&#8221;</a>) geliefert, beide sind übrigens in der <a href="http://www.diezukunft.at/">Zukunft </a>erschienen.</p>
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		</item>
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		<title>Warum die Zentralmatura den Unterricht verbessert</title>
		<link>http://blogs.webzeilen.net/huber/2009/06/23/warum-die-zentralmatura-den-unterricht-verbessert/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 18:54:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin ein großer Fan der Zentralmatura. Die für mich wichtigsten Argumente sind in der bisherigen Diskussion aber nicht erwähnt worden: Die Zentralmatura verbessert den Unterricht schon lange vor der Matura.
1.) Nur mit einer Zentralmatura begreifen SchülerInnen und LehrerInnen, dass sie im selben Boot sitzen. 
Alles, wirklich alles, hat in &#8220;maturaführenden&#8221; Schulen seinen letzten Sinn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ein großer Fan der Zentralmatura. Die für mich wichtigsten Argumente sind in der bisherigen Diskussion aber nicht erwähnt worden: Die Zentralmatura verbessert den Unterricht schon lange vor der Matura.</p>
<p><strong>1.) Nur mit einer Zentralmatura begreifen SchülerInnen und LehrerInnen, dass sie im selben Boot sitzen. </strong></p>
<p>Alles, wirklich alles, hat in &#8220;maturaführenden&#8221; Schulen seinen letzten Sinn in der Matura. Zumal die LehrerInnen die Fragen festlegen (bei der Mündlichen sogar für jedeN SchülerIn einzeln), sitzen LehrerInnen und SchülerInnen eben nicht im selben Boot. Von Anfang an ist klar: Der/Die LehrerIn kann alle durchbringen. Muss er/sie aber nicht. Das ist mit einer Zentralmatura anders: Die Lehrkraft weiß, dass es eben nicht nur in ihrer Hand liegt.</p>
<p><strong>2.) Nur mit einer Zentralmatura sind SchülerInnen einigermaßen vor den Abneigungs-Bekundungen ihrer LehrerInnen geschützt.</strong></p>
<p>Dazu eine kurze Geschichte: Eine Verwandte von mir hatte nie besonders gute (oder regelmäßig besonders schlechte) Noten. Meiner Erinnerung nach war sie so selbstbewusst, dass sie ihre eigene Meinung verteten hat &#8211; notfalls auch gegen die LehrerInnen. Diese Eigenschaft hat ihr (nachweislich) das Wohlwollen einzelner LehrerInnen gekostet. Kurz vor der Matura sagte dann eine von ihnen sinngemäß: &#8220;Du wirst die Matura nie schaffen.&#8221; Sie hat auch tatsächlich kein gutes Matura-Zeugnis bekommen. Bis hier eine Story, die sich jedes Jahr Tausende Male in österreichischen Schulen abspielt.  Die Geschichte hat auch ein zweites Ende: Meine Verwandte hat (wie ich) eine Schule mit einer Kombination aus herkömmlicher und zentraler Matura. Bei den Prüfungen, die international vorgegeben und kontrolliert wurden, hat sie eines der besten Ergebnisse der Schulgeschichte erzielt. Ich finde, ob man sich sympathisch ist oder nicht, darf beim Schulabschluss keine Rolle spielen. Dafür braucht es zentrale Prüfungsfragen.</p>
<p><strong>3.) Nur mit einer Zentralmatura können sich schlechte LehrerInnen nicht mehr eine ganze Berufslaufbahn lang durchschummeln.</strong></p>
<p>Niemand wird bestreiten, dass es möglich ist, jahrelang zu wenig zu unterrichten und dann knapp vor der Matura eine Hand voll Beispielen ordentlich durchzunehmen, die dann durch Zufall tatsächlich auch Bestandteil der Matura sind. Viele werden hingegen bestreiten, dass es tatsächlich möglich ist, so ein ganzes BeamtInnenleben zu verbringen. Ich glaube vielmehr, dass es sogar recht viele davon gibt. Sie haben sich an das System angepasst. Das ist ihnen nicht übel zu nehmen, sondern das Natürlichste der Welt.</p>
<p>Diesen 3 Argumenten gemein ist, dass die SchülerInnen im Mittelpunkt stehen und,  dass &#8220;Lernen&#8221; und nicht &#8220;Unterricht&#8221; das übergeordnete Ziel der Schule ist. Abschließend: 1) Ich dachte ja, eine Zusammenarbeit, die auf offensichtlicher Junktimierung (Kuhhandel, <a href="http://blogs.webzeilen.net/huber/2009/06/18/hass-hass-hass/">siehe letzter Beitrag</a>) beruht, ist am Ende. Was ist aber dann mit einer Koalition, in der nicht einmal das mehr funktioniert? 2) Bernd Schilcher (einer der vernünftigsten BildungspolitikerInnen des Landes und ÖVP-Außenseiter) hat im Standard ein <a href="http://derstandard.at/1245670114452/Der-Standard-Interview-Kein-Niveau-kann-man-nicht-verlieren">lesenswertes Interview zum Thema</a> gegeben.</p>
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		<title>Bei 6 nochmal würfeln.</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Mar 2009 07:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[ Das ist einerseits ein wichtiger Bestandteil vieler Spiele, andererseits auch ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Bestandteil der Schule. Darauf spielte vor Jahren eine AKS-Kampagne an: Die Notengebung ist von LehrerIn zu LehrerIn und von Schule zu Schule so unterschiedlich, dass man sie getrost als &#8220;willkürlich&#8221; bezeichnen kann. Wie sehr diese Kritik zutrifft, zeigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.webzeilen.net/huber/2009/03/20/bei-6-nochmal-wurfeln"><img class="alignleft size-medium wp-image-206" src="http://blogs.webzeilen.net/huber/files/2009/03/grafik_leseleistung_newsletter2-300x184.gif" alt="grafik_leseleistung_newsletter2" width="300" height="184" /></a> Das ist einerseits ein wichtiger Bestandteil vieler Spiele, andererseits auch ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Bestandteil der Schule. Darauf spielte vor Jahren eine <a href="http://www.aks-linz.at/">AKS</a>-Kampagne an: Die Notengebung ist von LehrerIn zu LehrerIn und von Schule zu Schule so unterschiedlich, dass man sie getrost als &#8220;willkürlich&#8221; bezeichnen kann. Wie sehr diese Kritik zutrifft, zeigt diese Auswertung des PIRLS-Lesetest.</p>
<p>Es geht um die Lesefähigkeiten nach der 4. Klasse Volksschule. JedeR 3. &#8220;SpitzenschülerIn&#8221; erhält kein sehr gut, jedeR 3. &#8220;DurchschnittsschülerIn&#8221; bekommt einen 1er bzw. 3er/4er. Und wieder ein Drittel der &#8220;RisikoschülerInnen&#8221; kriegen zumindest einen 2er im Zeugnis.</p>
<p>Meine Schluss daraus: Noten abschaffen, und wo sie nicht abgeschafft werden, durch (teil)zentralisierte Prüfungen ersetzen. Das Wichtigste wäre, die PädagogInnen von der PrüferInnenrolle zu entlasten (bzw. wo diese Rolle als pseudopädagogisches Machtmittel missbraucht wird, sie ihnen entreißen). Dann, und nur dann verstehen SchülerInnen und LehrerInnen, dass sie im selben Boot sitzen. Dann, und nur dann ist nicht nur der/die SchülerIn schuld, wenn das Lernziel nicht erreicht wird. Und das wäre ein sensationeller Fortschritt, der uns allen mindestens soviel bringen würde wie die Einführung einer Gesamtschule.</p>
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		<title>Nachgereicht: Wir verlangen zu wenig.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 16:20:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob</dc:creator>
				<category><![CDATA[(Hinter-)Fragenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendarbeitslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[LehrerInnengewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Unterrichtszeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 27. Februar fand die Bezirkskonferenz der SPÖ-Linz statt. Nachdem ich die eine oder andere bildungspolitische Frage anders einschätze als manche ranghohe SPÖ-PolitikerInnen habe ich eine Wortmeldung vorbereitet &#8230;
Wir verlangen zu wenig.
Soeben hat die Republik die Erste Bank mit knapp 2 Milliarden Euro gerettet. Ich möchte aber über Bildung reden – dort verlangen wir zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #3366ff"><em>Am 27. Februar fand die Bezirkskonferenz der SPÖ-Linz statt. Nachdem ich die eine oder andere bildungspolitische Frage anders einschätze als manche ranghohe SPÖ-PolitikerInnen habe ich eine Wortmeldung vorbereitet &#8230;</em></span></p>
<p><strong>Wir verlangen zu wenig.</strong><br />
Soeben hat die Republik die Erste Bank mit knapp 2 Milliarden Euro gerettet. Ich möchte aber über Bildung reden – dort verlangen wir zu wenig, nicht unbedingt Geld, sondern Leistungen und Wirkungen.</p>
<p>Die Eltern verlangen zu wenig von den Kindergärten wenn der Unterschied in der Entwicklung der Kinder schon bei Schuleintritt bis zu zwei Jahre beträgt. Die Eltern verlangen zu wenig, wenn sie das teuerste Schulsystem der Welt finanzieren, dafür aber weniger Chancengleichheit für ihre Kinder als in irgendeinem anderen Land bekommen.</p>
<p><span id="more-34"></span>Die Schülerinnen und Schüler verlangen zu wenig von ihren Lehrerinnen und Lehrern wenn jeder 5. Jugendliche nach der Pflichtschule nicht ausreichend Lesen, Schreiben und Rechnen kann.</p>
<p>Die Lehrerinnen und Lehrer verlangen zu wenig von ihrer Gewerkschaft, wenn diese seit Jahrzehnten die Arbeitsbedingungen nicht verbessern kann. Stattdessen betreibt eine der stärksten Gewerkschaften nichts anderes als Minutenzählerei, als ob es um Schmerzensgeld ginge.</p>
<p>Aber auch wir SPÖ-Mitglieder verlangen zu wenig von unserem Sozialminister Rudi Hundstorfer, von unserem nächsten Landeshauptmann Erich Haider und von unserem Bürgermeister Franz Dobusch, wenn wir nicht jedem Jugendlichen nach der Pflichtschule einen Ausbildungsplatz garantieren können. Auch jetzt, gerade jetzt. Wir wollen, können und dürfen uns arbeitslose Jugendliche nicht leisten.</p>
<p>Wir alle verlangen viel zu wenig, wenn wir uns für einen Moment vergegenwärtigen, dass die Grundfesten unserer Schule 150 Jahre alt sind, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass die Sozialdemokratie seit Otto Glöckel vor 80 Jahren keine Schulrevolution mehr zusammen gebracht hat.</p>
<p>Ich komme zum Schluss: Was wir meiner Meinung nach verlangen sollten ist eine Schule, deren System nicht in der Trennung in Gut und Schlecht besteht. Wir sollten eine Schule verlangen, die Schwache nicht stigmatisiert, die Verantwortung und demokratisches Bewusstsein statt Gehorsam lehrt, eine Schule die Entfaltung fördert anstatt Gleichschritt zu erzwingen.</p>
<p>Wir wissen aus genau der Studie, die jetzt von der Lehrergewerkschaft so oft zitiert wird, dass die Arbeitszeit nichts mit Burnout zu tun hat und, dass nichts die Lehrerinnen und Lehrer mehr motiviert als die Arbeit mit den Jugendlichen. Unsere Schulreform-Ministerin verlangt jetzt von den Lehrerinnen und Lehrern, dass sie ein Zwanzigstel ihrer Arbeitszeit mehr mit den Schülerinnen und Schülern verbringen. Wenn Ihr mir bis hier zustimmt, dann sollten wir von allen in unserer Partei verlangen, Claudia Schmied zu unterstützen.</p>
<p>Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit, Freundschaft.</p>
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