Sanfte Lenkung oder Fairness? Bessere Unis!

Friday, 06. November 2009

Niki Kowall stellt in seinem Blogbeitrag 5 Überlegungen an, was aus sozialdemokratischer und realpolitischer Sicht mit den Forderungen der AudimaxistInnen anzufangen wäre. Für einige Punkte muss er (ebenfalls auf dem Blog der Sektion Acht) Kritik von Sophie Wollner, der VSSTÖ-Bundesvorsitzenden einstecken. Ich kann beiden Seiten über weite Strecken zustimmen und finde dennoch, dass sie entscheidende Punkte übersehen.

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Hausaufgaben gemacht?

Friday, 16. October 2009

“Der Bedarf an schulischer Tagesbetreuung ist in unserem Bundesland längst gedeckt”, wird der dafür zuständige Koordinator im oö Landesschulrat in “Heute” zitiert. Beisatz des Qualitätsmediums: “Während in Wien derzeit intensiv über den Ausbau der Ganztagsschule diskutiert wird, hat Oberösterreich seine Hausaufgaben bereits gemacht.” So etwas abgrundtief Absurdes habe ich schon lange nicht mehr gelesen – ein Blick auf die Fakten (Kurier):

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Entweder, dass ist KP-style-Propaganda oder die Schulverwaltung hat sich vollkommen von der Realität abgekoppelt. Ich fürchte, letzteres ist der Fall. Aber was reg ich mich auf, das Leitbild des Landesschulrats rät zu Humor, kein Scheiß:

Humor hilft, auch Unzulänglichkeiten mit heiterer Gelassenheit zu begegnen und dennoch voll an die Lösung der uns gestellten “Aufgaben” zu gehen.” (LSR OÖ – Ziele für das Betriebsklima)

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Projekt Österreich?

Thursday, 15. October 2009

So nannte Pröll seine gestrigen Rede. Ich finde das insofern bemerkenswert, als ein Projekt per Definition zeitlich beschränkt ist und einen fixen Endpunkt haben muss. Sonst ist es kein Projekt. Ein Staat kann also kein Projekt sein. Komischerweise kamen in der Rede weder Deadlines noch Zahlen vor. Das war zu erwarten. Ich kann mir leider auch nicht vorstellen, dass Faymann in einer Rede weniger Floskeln und mehr konkrete Ansagen gemacht hätte. Offensichtlich hat es nach dem SPÖ-Präsidium nicht einmal dazu gereicht*. Trotzdem hat Prölls-Rede zwei Dinge offenbart: (more…)

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Warum die Zentralmatura den Unterricht verbessert

Tuesday, 23. June 2009

Ich bin ein großer Fan der Zentralmatura. Die für mich wichtigsten Argumente sind in der bisherigen Diskussion aber nicht erwähnt worden: Die Zentralmatura verbessert den Unterricht schon lange vor der Matura.

1.) Nur mit einer Zentralmatura begreifen SchülerInnen und LehrerInnen, dass sie im selben Boot sitzen.

Alles, wirklich alles, hat in “maturaführenden” Schulen seinen letzten Sinn in der Matura. Zumal die LehrerInnen die Fragen festlegen (bei der Mündlichen sogar für jedeN SchülerIn einzeln), sitzen LehrerInnen und SchülerInnen eben nicht im selben Boot. Von Anfang an ist klar: Der/Die LehrerIn kann alle durchbringen. Muss er/sie aber nicht. Das ist mit einer Zentralmatura anders: Die Lehrkraft weiß, dass es eben nicht nur in ihrer Hand liegt.

2.) Nur mit einer Zentralmatura sind SchülerInnen einigermaßen vor den Abneigungs-Bekundungen ihrer LehrerInnen geschützt.

Dazu eine kurze Geschichte: Eine Verwandte von mir hatte nie besonders gute (oder regelmäßig besonders schlechte) Noten. Meiner Erinnerung nach war sie so selbstbewusst, dass sie ihre eigene Meinung verteten hat – notfalls auch gegen die LehrerInnen. Diese Eigenschaft hat ihr (nachweislich) das Wohlwollen einzelner LehrerInnen gekostet. Kurz vor der Matura sagte dann eine von ihnen sinngemäß: “Du wirst die Matura nie schaffen.” Sie hat auch tatsächlich kein gutes Matura-Zeugnis bekommen. Bis hier eine Story, die sich jedes Jahr Tausende Male in österreichischen Schulen abspielt.  Die Geschichte hat auch ein zweites Ende: Meine Verwandte hat (wie ich) eine Schule mit einer Kombination aus herkömmlicher und zentraler Matura. Bei den Prüfungen, die international vorgegeben und kontrolliert wurden, hat sie eines der besten Ergebnisse der Schulgeschichte erzielt. Ich finde, ob man sich sympathisch ist oder nicht, darf beim Schulabschluss keine Rolle spielen. Dafür braucht es zentrale Prüfungsfragen.

3.) Nur mit einer Zentralmatura können sich schlechte LehrerInnen nicht mehr eine ganze Berufslaufbahn lang durchschummeln.

Niemand wird bestreiten, dass es möglich ist, jahrelang zu wenig zu unterrichten und dann knapp vor der Matura eine Hand voll Beispielen ordentlich durchzunehmen, die dann durch Zufall tatsächlich auch Bestandteil der Matura sind. Viele werden hingegen bestreiten, dass es tatsächlich möglich ist, so ein ganzes BeamtInnenleben zu verbringen. Ich glaube vielmehr, dass es sogar recht viele davon gibt. Sie haben sich an das System angepasst. Das ist ihnen nicht übel zu nehmen, sondern das Natürlichste der Welt.

Diesen 3 Argumenten gemein ist, dass die SchülerInnen im Mittelpunkt stehen und,  dass “Lernen” und nicht “Unterricht” das übergeordnete Ziel der Schule ist. Abschließend: 1) Ich dachte ja, eine Zusammenarbeit, die auf offensichtlicher Junktimierung (Kuhhandel, siehe letzter Beitrag) beruht, ist am Ende. Was ist aber dann mit einer Koalition, in der nicht einmal das mehr funktioniert? 2) Bernd Schilcher (einer der vernünftigsten BildungspolitikerInnen des Landes und ÖVP-Außenseiter) hat im Standard ein lesenswertes Interview zum Thema gegeben.

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Bei 6 nochmal würfeln.

Saturday, 21. March 2009

grafik_leseleistung_newsletter2 Das ist einerseits ein wichtiger Bestandteil vieler Spiele, andererseits auch ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Bestandteil der Schule. Darauf spielte vor Jahren eine AKS-Kampagne an: Die Notengebung ist von LehrerIn zu LehrerIn und von Schule zu Schule so unterschiedlich, dass man sie getrost als “willkürlich” bezeichnen kann. Wie sehr diese Kritik zutrifft, zeigt diese Auswertung des PIRLS-Lesetest.

Es geht um die Lesefähigkeiten nach der 4. Klasse Volksschule. JedeR 3. “SpitzenschülerIn” erhält kein sehr gut, jedeR 3. “DurchschnittsschülerIn” bekommt einen 1er bzw. 3er/4er. Und wieder ein Drittel der “RisikoschülerInnen” kriegen zumindest einen 2er im Zeugnis.

Meine Schluss daraus: Noten abschaffen, und wo sie nicht abgeschafft werden, durch (teil)zentralisierte Prüfungen ersetzen. Das Wichtigste wäre, die PädagogInnen von der PrüferInnenrolle zu entlasten (bzw. wo diese Rolle als pseudopädagogisches Machtmittel missbraucht wird, sie ihnen entreißen). Dann, und nur dann verstehen SchülerInnen und LehrerInnen, dass sie im selben Boot sitzen. Dann, und nur dann ist nicht nur der/die SchülerIn schuld, wenn das Lernziel nicht erreicht wird. Und das wäre ein sensationeller Fortschritt, der uns allen mindestens soviel bringen würde wie die Einführung einer Gesamtschule.

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Nachgereicht: Wir verlangen zu wenig.

Monday, 09. March 2009

Am 27. Februar fand die Bezirkskonferenz der SPÖ-Linz statt. Nachdem ich die eine oder andere bildungspolitische Frage anders einschätze als manche ranghohe SPÖ-PolitikerInnen habe ich eine Wortmeldung vorbereitet …

Wir verlangen zu wenig.
Soeben hat die Republik die Erste Bank mit knapp 2 Milliarden Euro gerettet. Ich möchte aber über Bildung reden – dort verlangen wir zu wenig, nicht unbedingt Geld, sondern Leistungen und Wirkungen.

Die Eltern verlangen zu wenig von den Kindergärten wenn der Unterschied in der Entwicklung der Kinder schon bei Schuleintritt bis zu zwei Jahre beträgt. Die Eltern verlangen zu wenig, wenn sie das teuerste Schulsystem der Welt finanzieren, dafür aber weniger Chancengleichheit für ihre Kinder als in irgendeinem anderen Land bekommen.

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