Entweder objektiv daneben oder rechtlich unmöglich, auf jeden Fall aber sprachlich sehr holprig: Die „Erst DEUTSCH, dann SCHULE”-Plakate des Linzer FPÖ-Bürgermeisterkandidaten. Unklar bleibt, ob Hr. Wimmer nur deutschsprechende oder nur deutsche Kinder in die Klassenzimmer lassen will.
Daneben
Tatsache ist, dass alle Kinder, die einen städtischen Kindergarten besuchen, im Mai des vorletzten Kindergartenjahres von LogopädInnen untersucht werden. Stellen diese einen Bedarf fest, wird während des gesamten letzten Jahres im Kindergarten gefördert. Daraus folgt unweigerlich: Nur wenn ein Kind erst nach dem Schuleintrittsalter nach Linz kommt („QuereinsteigerInnen”), gibt es keine Deutschförderung vor der Schule. Was die FPÖ als Versprechen plakatiert, ist schon lange Wirklichkeit. Wenn die FPÖ einen Weg findet, Kinder, die erst in Zukunft in Linz sein werden, schon jetzt von Linz aus zu fördern, werden wir uns dem nicht verschließen
. Abgesehen davon: Auch Kinder ohne Migrationshintergrund müssen in die Schule gehen, um Deutsch zu lernen.
Rechtlich unmöglich
Wenn man den FPÖ-Vorschlag (kein Schuleintritt ohne Deutschkenntnisse) hingegen ernst nimmt, bedeutet das nichts anderes als die Abschaffung der Schulpflicht für diese Gruppe: Die FPÖ steht für eine Schulpolitik, die Kinder mit Migrationshintergrund nicht an unsere Gesellschaft heranführt, sondern ihnen jede Chance nimmt. Zum Glück ist die Schulpflicht durch die Bundesverfassung vor solchen Umgehungsversuchen geschützt.
Holprig
Verwunderlich ist aber vor allem, dass ausgerechnet der deutschnationale Linzer FPÖ-Chef die deutsche Sprache auf seinen Plakaten mit Füßen tritt. „Erst DEUTSCH, dann SCHULE”- Herrn Wimmers DeutschlehrerInnen müssen ja in Tränen ausbrechen. Bei meiner Deutschlehrerin hätte der Rotstift geglüht.
Deutsch oder deutsch?
Zum Schluß: Die Schreibweise am Plakat lässt uns meines Wissens über ein wichtiges Detail im Unklaren. „Erst Deutsch, dann Schule” bedeutet, dass man Deutsch können muss, um eine Schule besuchen zu dürfen. „Erst deutsch, dann Schule” hingegen, dass man deutsch (im Sinne von Deutscher oder Deutsche) sein bzw. werden muss, um eine Schule besuchen zu dürfen. Vernachlässigbarer Zufall? Vermutlich. Zuzutrauen ist es den Deutschnationalen rund um Herrn Wimmer auf jeden Fall.






















by Freidenker
14 Aug 2009 at 17:24
In Voralberg fordert die FPÖ “Geld für heimische FAmilien und wer sich nicht mit unseren Werten identifizieren kann soll gehen”. Das hat mich dazu veranlasst denen einen interessanten Brief zu schreiben der hier nachzulesen ist:
http://freidenker.blogworld.at/2009/08/14/mein-brief-an-die-fpo/