Ich muss ja wirklich nicht alles verstehen und schon gar nicht die Rechtsextremisten. Aber wie kann man in einem “Brief” AsylwerberInnen vorwerfen, dass sie “uns auf der Tasche liegen” und ihnen gleichzeitig verbieten, für sich selbst zu sorgen? Sollen sie verhungern?

Ich verstehe auch nicht, warum die SteuerzahlerInnen den Unterhalt von arbeitsfähigen und arbeitswilligen Menschen bestreiten sollen. Aber die Antwort kann doch nur lauten: Lasst sie arbeiten! Das spart nicht nur Steuermittel, sondern erspart den Betroffenen auch Verarmung, Isolation und Resignation. Für die “Integration” (von Erwachsenen) kann nichts Besseres passieren, als dass sie in einem Arbeitsumfeld eingebunden werden.

Kommentare zum restlichen rassistischen Geschwafel im BZÖ-Inserat spar’ ich mir und uns:

Ihr Asylanten, 

und besonders jene unter euch, die uns auf der Tasche liegen, die
kriminell sind und sich nicht integrieren wollen. Ihr könnt euch bei
Brüssel herzlich bedanken. Bedanken dafür, dass die EU eine
Richtlinie herausgegeben hat, die unsere Asylgesetze massiv aufweicht
und damit euch Asylanten Tür und Tor nach Österreich öffnet. Dafür,
dass mit dieser Richtlinie auch alle eure Verwandten das Recht haben,
zu uns zu kommen. Dafür, dass ihr mit dieser Richtlinie bereits sechs
Monate nachdem ihr eingewandert seid, bei uns arbeiten dürft. Und
dafür, dass diese Richtlinie uns Steuerzahler verpflichtet, an euch
Zahlungen in Höhe der Sozialhilfe zu leisten. Bedanken könnt ihr euch
aber auch bei ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grünen und Hans-Peter Martin. Denn die
Grünen und Hans-Peter Martin haben im EU-Parlament ebenso für diese
Richtlinie gestimmt wie mehrere EU-Abgeordnete der SPÖ und die große
Mehrheit der europäischen Volkspartei, zu der die ÖVP gehört. Andreas
Mölzer von der FPÖ hat euch Asylanten sowieso den größten Gefallen
getan und die Abstimmung über diese Asyl-Richtlinie überhaupt
geschwänzt.

Euer Dank könnte aber auch verfrüht sein... Denn als Volksanwalt
Österreichs in Brüssel werde ich alles tun, um diese Richtlinie doch
noch zu verhindern. Weil ich meine, dass wir Österreicher selbst
entscheiden sollen, wer zu uns kommen darf und wer nicht oder wer bei
uns arbeiten darf und wer nicht. In diesem Sinne wünsche denen, die
kriminell und integrationsunwillig sind und jenen, die planen auf
Basis der genannten EU-Richtlinie nach Österreich zu kommen, schon
jetzt: Gute Heimreise!

Mag. Ewald Stadler
Unser Volksanwalt in Brüssel
Dorotheergasse 7/ 19-20, 1010 Wien | ewald.stadler@parlament.gv.at