Schon auf der Titelseite kündigt das aktuelle Profil Großes an: “Lehrer-Streik: Warum die Ministerin zehnfach irrt”. Gleich 10 Irrtümer … Wahnsinn. Als tendenzieller Unterstützer der Erhöhung der Unterrichtszeit bin ich natürlich gespannt.
Aber scheinbar hat die Chefredaktion einen anderen Artikel erwartet und die Story nicht gelesen bevor sie die Titelseite gestaltet hat. Die 10 vermeintlichen Irrtümer (S. 18 ff.):
- Die Erhöhung der Lehrverpflichtung ist eine Petitesse angesichts der Schulmisere.
- Die Politik hat versagt, vor allem die ÖVP opferte Reformen dem Standesdünkel.
- Wenn alle Lehrer in einen Topf geworfen werden, zahlen die Engagierten drauf.
- Junglehrer, die heute aufgeben, werden in zehn Jahren dringend gebraucht.
- Mehr Zeit in der Schule, ja. Aber nur, wenn das Rundherum sich auch ändert.
- Die Lehrer wissen nicht, was sie tun. Qualitätskontrollen sind erst im Anlaufen.
- Veraltete Ausbildungsgänge verhindern moderne Lehrer.
- Die Gewerkschaft macht nur Standespolitik, keine Bildungspolitik.
- Eine neue Schule steht und fällt mit dem Unterricht.
- Das Hauptübel des heimischen Schulwesens ist die soziale Ungerechtigkeit.
Das stimmt alles. Aber außer der Tatsache, dass Schmied ihren Vorschlag als “Strukturreform” bezeichnet, deutet nichts auf einen Meinungsunterschied zwischen den AutorInnen, den zitierten ExpertInnen und der Ministerin hin. Meiner bescheidenen Meinung nach irrt hier niemand, der Artikel hat nur das falsche Etikett bekommen …
PS: Ich fand Schmied gestern abend im ORF wirklich gut.






















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