1 Jun 2011

Vielversprechender Startschuss für den Linzer Open Commons Beirat

Verfasst von: Christian Forsterleitner

Wie kann eine Stadt Internettechnologien zum Wohle ihrer BürgerInnen einsetzen und möglichst viele an den positiven Seiten des digitalen gesellschaftlichen Wandels teilhaben lassen? Die Stadt Linz will eine „Open Commons Region“ sein, sich diesen Fragen widmen und digitale Gemeingüter (commons) möglichst frei zugänglich machen. Der beratende ExpertInnen-Beirat hat sich am 20. Mai erstmals getroffen – und engagiert losgelegt.

 

Der neu ins Leben gerufene Beirat hat in seiner ersten Sitzung Prof. Gustav Pomberger zum Vorsitzenden gewählt. Die Mitglieder kommen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen, von der Kultur über die Wirtschaft, Politik bis zur Wissenschaft, um möglichst vielfältige Inputs zu bekommen. Mit Prof. Dirk Riehle und Markus Beckedahl sind auch zwei Experten aus Deutschland dabei.

Für mich war die erste Beiratssitzung am 20. Mai ein besonders erfreuliches Erlebnis: Seit 2007 haben die Projektmitglieder von Freie Netze. Freies Wissen und ich Ideen, Anträge und Projektvorschläge eingebracht, um Linz „internetfit“ zu machen und möchlichst viele Menschen zu ermächtigen, die neuen Werkzeuge zu nutzen. Rund vier Jahre später sind viele Projekte schon umgesetzt und viele EntscheidungsträgerInnen erkennen die wachsende Bedeutung dieser und ähnlicher Fragen. Der Beirat kann hier weitere wichtige Impulse liefern. Die erste Sitzung verlief auch so engagiert, wie ich es mir erhofft hatte – alle Anwesenden waren intensiv mit Beiträgen und Ideen dabei, die ersten Ansätze sind vielversprechend. Jetzt wird schon mit der Umsetzung von Initialprojekten  begonnen. In der Stadt Linz gibt es dafür seit Anfang 2011 einen Koordinator, der die Open Commons Region betreut. Er soll die Vorschläge und Anregungen des Beirates bündeln und die Umsetzung vorantreiben. Es gibt auch schon einen eigenen Blog der Open Commons Region.

Geplant ist, in einem nächsten Schritt Daten der öffentlichen Verwaltung zugänglich und nutzbar (in Form maschinenlesbarer Daten) zu machen. Auf der ganzen Welt gibt es Beispiele wo Kommunen schon begonnen haben, Geodaten, Fahrplaninfos, Statistisches Material, Fotos etc. freizugeben. In vielen Fällen hat das Kreative auf den Plan gerufen, die daraus Kunst, Apps für Smartphones, ja sogar neue Unternehmen geschaffen haben. Linz geht hier koordiniert mit Wien und Salzburg vor, und hat ein Regelwerk für offene Daten vorgeschlagen.

Die Idee der Open Commons Region ist noch jung, aber vielversprechend. Mit dem Beirat wurde ein weiterer Multiplikator und Ideengeber geschaffen. Schön wäre es, wenn die Idee Kreise zieht, die über die (in der virtuellen Welt völlig irrelevanten) Stadtgrenzen hinaus geht – und als nächstes ganz Oberösterreich erfasst….

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