28 Nov 2009

SPÖ morgen.rot /// Die Trauerarbeit ist vorbei /// Ja. Das geht.

Verfasst von: Christian Forsterleitner

Susanne Pollinger und ich durften moderieren (foto rubra)

Susanne Pollinger und ich durften moderieren (foto rubra)

Der Landesparteitag der SPÖ OÖ am Samstag der 28.11. unterschied sich wesentlich von bisherigen: er war nicht nur betont sparsam und arbeitsorientiert, es war auch eine Aufbruchsstimmung zu spüren. Die SPÖ OÖ ist entschlossen, den versprochenen Reformprozess unter dem Namen morgen.rot zu starten und hat dafür schon wichtiges Feedback bekommen. Jetzt heißt es aber loslegen und auf der eigenen Ebene die Arbeit aufzunehmen.

Joschi Ackerl kritisiert Marktradikale, Neoliberale & wie man sie auch immer nenen mag - und zurecht.

Joschi Ackerl kritisiert Marktradikale, Neoliberale & wie man sie auch immer nenen mag - und zurecht.

Es war spürbar, dass hier nicht nur die Parteigranden das Wort haben sollten. Schon am Eingang konnten die Delegierten und Gäste – die Tür stand schließlich allen offen – ihre Ideen und Kritik auf Bodentransparenten für alle sichtbar machen. So ging es auch dann weiter, mit Feedbackkarten in den Mappen, Möglichkeit zur Diskussion und Referenten, von denen es durchaus Kritik an der SPÖ gab. Alles wurde dokumentiert und soll schon in den „Sammel-Prozeß”, die erste Phase von morgen.rot einfließen.

„Askese” als Zeichen

Dass es sparsam zuging merkte ich auch am eigenen Leib. Waren beim Parteitag vor der Wahl noch Moderatorenkaliber wie Alfons Haider und Dagmar Hager (Life Radio) am Werk hat man diesmal auf zwei Leute aus den eigenen Reihen gesetzt: Susanne Pollinger und mich. Für uns beide eine ganz schöne Herausforderung – aber es ist ein gutes Gefühl, bei so einem Startschuss dabei zu sein (außerdem war dann die Moderationsausbildung vor bald schon 10 Jahren im Renner-Institut auch nicht ganz umsonst, wenn man mal was zurückgeben kann).

Vermutlich kostete der ganze Spaß nicht mehr, als allein das Bühnenbild bei einem ÖVP-Landesparteitag. Die finanzielle Askese als Zeichen dafür, dass es um etwas anderes geht als Pomp & Glorie.

Die Trauerarbeit ist vorbei.

Die Bestürzung über die Wahlergebnisse war nur noch einmal rückblickend ein Thema, bei der Verabschiedung der ehemaligen Vorstandsmitglieder. Da wurde schon noch einmal das ganze Ausmaß des Wahldebakels in Erinnerung gerufen. Aber es herrscht wirkliche Einigkeit darüber, dass den guten alten Zeiten nachjammern nichts bringt. Jetzt geht es darum, nach vorne zu schauen und dort anzufangen, wo man selber ist.

Ja. Das geht!

  • Es bringt nichts, über die europaweite Krise der Sozialdemokratie zu jammern, wenn man sich nicht um Europa kümmert. Da muss man den neuen oberösterreichischen EU-Abgeordneten Joe Weidenholzer auch „nutzen”, ihn einteilen und eine Achse Oberösterreich-Europa schaffen.
  • Es bringt nichts, nur den Bund zu kritisieren, wenn man „denen in Wien” nicht auch klar sagt, was „wir in Oberösterreich” denken. Das heißt auch, zu den Parteigremien fahren, sich dort zu Wort melden, die Wiener nach Linz einladen und Ideen und Projekte austauschen.
  • Es bringt nichts, die Landesebene für alles schuldig zu erklären, wenn man vorher die Entscheidungen mitgetragen hat. Wer eine neue SPÖ-OÖ will, muss auch bereit sein, mitzuarbeiten. Das wird nicht immer friktionsfrei gehen. Es wird Widerstände geben müssen, weil die Reform dahin gehen muss, wo’s weh tut.
  • Es bringt auch nichts, auf Bezirks- und Sektionsebene alles beim Alten zu lassen. Wir müssen uns fragen, inwieweit wir unsere Strukturen verbessern können. Welche Ziele und Aufgaben haben KommunalpolitikerInnen in der heutigen Zeit und was müssen Sie können?

Einfache Lösungen gibt es nicht. Schnelle auch nicht. Es geht um organisationalen Wandel, in struktureller, inhaltlicher und personeller Sicht. Das wird hart, aber es ist möglich. Oder um es es mit den Worten von Robert Misik zu sagen: Ja. Das geht.

Die Zusammenfassung der Rede von Joschi Ackerl findest du hier

Die Rede von Robert Misik findest du auf seinem Blog

Mehr Fotos vom Parteitag gibt es hier auf flickr

  • Facebook
  • email
  • Print
  • RSS

Abonniere Kommentare

Eine Antwort zu “SPÖ morgen.rot /// Die Trauerarbeit ist vorbei /// Ja. Das geht.”

  1. ich wollte dir nur sagen, ihr habt das sehr toll gemacht mit der moderation. übrigens bin ich donnerstag und freitag wieder in linz. und zwar da: http://209.85.135.132/search?q=cache:J71BcePtevQJ:www.jku.at/VAM/content/e7096/e7095/items/%40217/Broschre_Programm_ger.pdf+robert+misik+linz+rothschild&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=at

     

    Robert Misik

Schreibe eine Antwort

Nachricht:

Spam Protection by WP-SpamFree