5 Nov 2009
Rückblick Momentum 09: Ein Kongress mit Potential
Momentum ist kein traditioneller Kongress. Wenn fast 200 (überwiegend jüngere) Menschen aus Politik und Wissenschaft in Hallstatt zusammenkommen, ist ganz schön was los in dem idyllischen Dorf. Es gab Diskussionen, Kritik, Vorschläge rund um das Thema Freiheit. Das für mich aber Spannendste war: alle die die Sozialdemokratie schon geistig zu Grabe tragen, sollten sich das hier ansehen. Momentum ist Potential.

Die kurzweiligste Diskussion des Jahres
Es zeigte sich schon an der großen Podiumsdiskussion am zweiten Abend: Da saßen mit Helene Schubert, Robert Misik und Ulrich Brand drei Leute, die sich kaum ein Blatt vor den Mund nahmen und Themen konkret ansprachen. Und das in einer Art, die sich nicht selbst in den Vordergrund spielte, sondern durch Persönlichkeit und Fachwissen die Diskussion spannend machte. Ein Mittschnitt wird noch auf der Kongress-Seite veröffentlicht werden (auf jeden Fall hörenswert), nachlesen kann man zentrale Thesen jetzt schon. Es ging um Wege aus der Krise, sich schließende „windows of opportunity”, die Möglichkeiten zu lokalem Handeln und die zukünftige Rolle der Sozialdemokratie.
So viele Facetten von Freiheit
Spannend waren aber auch die Workshops, oder „Tracks” wie sie am Kongress heißen. Wer einen schriftlichen Beitrag ablieferte konnte diesen auch unter der Leitung von hochkarätigen Trackleitern präsentieren und darüber diskutieren. Heuer wurde als Überthema „Freiheit” in acht Tracks bearbeitet – faszinierend wieder, wie viele Facetten von Freiheit dann in den Beiträgen der TeilnehmerInnen angesprochen wurden. Jeder Track brache eine Fülle von Ideen und Anregungen die zum einen das Verständnis für ein Thema erweitern und zum anderen viele konkrete Arbeitsansätze zeigten. „Beladen” mit Ideen und Inhalten kommt man so von Momentum heim und möchte gleich mit der Umsetzung beginnen.
Das Potential: die Menschen
Aber am Beeindruckendsten waren doch die Menschen beim Kongress. Jedem der Jammerer über die lethargische unkritische Jugend von heute empfehle ich einen Aufenthalt beim Momentum-Kongreß (es wäre den Jammerern aber anzuraten, sich inhaltlich gut vorzubereiten, sonst könnte es peinlich werden). Und auch, dass eben nicht nur Jüngere am Kongress waren, sondern auch alle anderen Altersgruppen vertreten waren, war gut: so kamen Praxiswissen, Erfahrung, Engagement und Wissen zusammen. Und nach vier Tagen rühren und schütteln dieser Zutaten kam etwas Erstaunliches heraus: Motivation.
Ich freu mich schon auf Momentum 2010.